Günter Frecksmeier – „Es begab sich aber …: Bilder zur Weihnacht“


Schaf, 2008, 60 x 94 cm, Materialbild

Günter Frecksmeier
„Es begab sich aber …: Bilder zur Weihnacht“

Ausstellung in der Galerie „Raumstation“, http://www.raumstation.info vom 1.12. bis 22.12.2017, Eröffnung am 01.12.2017, 19:00 Uhr; geöffnet: Fr. 16:00 – 19:00 und Sa. 12:00 – 16:00 Uhr.

Günter Frecksmeier wurde am 25.11.1937 – also vor 80 Jahren – in Bielefeld geboren. Er malt seit 60 Jahren. Günter Frecksmeier wörtlich: „In meinen Werken habe ich mich auch mit der Bibel beschäftigt. Viele Künstler taten das. Als Christ ist dieses für mich selbstverständlich. Und so kann ich hier in der Raumstation eine kleine Auswahl meiner Arbeiten präsentieren. Leider wird die Weihnachtszeit immer mehr verkitscht. Ich hoffe, sie wieder auf den historischen Urgrund zurückzubringen.“

Madonna (Ausschnitt), 1979, Öl auf Karton

Bernd Schlipköther, Freund und Galerist, sagte einmal anlässlich einer Eröffnung mit Werken von Frecksmeier: Die Bildreise des Günter Frecksmeier ist ohne Bildungsreise nicht denkbar. Sie führt uns in Themen der Kunstgeschichte, der Kulturgeschichte, der Literatur und Mythologie. Politische und religiöse Themen blättern wir auf: Porträts aus der Sagenwelt Homers, Reisen an die Spielorte (Olympia), Troja, den Peleponnes und zu Heiligtümern der alten Griechen. Wir treffen unter anderem auf Patroklos, Achilleus, Orpheus u. v. a.“

Auf Moden und Bewegungen hat Frecksmeier nie Rücksicht genommen. Niemals hat er sich den Mund verbieten lassen, auch nicht zu Ereignissen in Politik und Gesellschaft. Er ist konsequent seinen Weg als eigenständiger Künstler gegangen. Weizenfeld, dem bekannten Künstler aus Herford, imponiert gerade dieses Unangepasste, Eigenwillige, Eigenständige. Weizenfeld nennt Frecksmeiers Ansatz einen „illustrativ-humorvollen Klartext.“ Im Umgang mit den Motiven sieht er Frecksmeier in einer Linie mit Martin Kippenberger und Jörg Immendorf. „… nur mit dem Unterschied, dass Frecksmeier das alles schon vor Immendorf gemacht hat …“.

Tannenzweig, 2003, Öl auf Karton

Heiko Jörn über Günter Frecksmeier: „ … Stilistisch orientierte er sich allerdings nicht an den alten Meistern, sondern ließ sich sicherlich von der reduzierten Malweise der Symbolisten des späten 19. Jahrhunderts anregen, insbesondere bei „Adam und Eva“, in dem das Paar verlassen in einer leuchtenden, wüstenhaften Landschaft verloren ist. Der Betrachter wird hier an die Bildsprache Paul Gauguins erinnert, der ebenfalls mittels vereinfachter Symbolik kraftvolle, farbige Werke mit Paradiesthematik schuf … – … Günter Frecksmeier möchte ich als Expressionisten mit symbolischen Gedanken bezeichnen …“ 

Gerne verwendet er das so genannte „Arme Material“: Er nimmt das, was gerade da ist, z. B. eine Holz- oder Hartfaserplatte, die er bemalt oder auch gerne eine Zimmertür die seit zwei oder mehr Jahren nur herumsteht. Das gilt auch für seine Materialbilder, beispielsweise klebte er einmal Gummistiefel in eins seiner Werke. Durch die Verwendung von „Objet trouvés“, also gefundenen Dingen, schlägt er auch eine Brücke zum Surrealismus.

Frank Herzog, langjähriger Malerkollege und Freund: „Seit den 70er Jahren bin ich begeisterter Anhänger der großen künstlerischen Leistung von Günter Frecksmeier.
Er ist ein Künstler, der über einen so riesigen Zeitraum seine außergewöhnliche Qualität gehalten und noch gesteigert hat. Heute, mit 80 Jahren, ist es lange überfällig, seinem Werk Anerkennung und Würde zu erweisen. Mit Arbeiten von Günter Frecksmeier kann man glücklich sein. An meinen Wänden strahlen die Bilder täglich neu!“

Brennpunkt, 1995, 25 x 33 cm, Kugelschreiber und Bleistift

Viele Ausstellungen, national und international hat Günter Frecksmeier „bespielt“, siehe http://guenter-frecksmeier.de/ausstellungen-und-vita/

Sein Werk hat unzählige Facetten mit vielen übergeordneten Themenkreisen. Dazu gehören unter anderem der Bilderzyklus „Brettspieler bzw. Achill und Ajax“ – siehe http://www.golbblog.de/?p=4551 und http://guenter-frecksmeier.de/brettspieler-der-bilderzyklus-achilleus-und-aias/ –, und eine Serie von Bildern zum „Gilgamesch-Epos“, das Motiv der „NASA-Katze“ , Motive zum Themenkreis „Mief der 50er Jahre“, die Bildzyklen „Don Quijote“, und „Passion“, um nur einige zu nennen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.