EMBRYO: 17.09.2017 beim Kulturbeutel Herford

EMBRYO beim Kulturbeutel Herford e.V.
17. September 2017 – 18:30 Uhr
Festsaal – Logenplatz 4 – 32052 Herford
Eintritt 10,00 Euro

Gábor Wallrabenstein: Ich kann mich noch sehr gut erinnern – es muss so irgendwann zwischen 1977 und 1979 gewesen sein, also noch relativ „frühes EMBRYO“ … Wir waren unterwegs nach Höxter zum legendären „Ballhaus Felsenkeller“, welches 2006 abgebrannt ist. Die Laune war gut und wir freuten uns auf einen Auftritt von EMBRYO, deren Musik wir verinnerlicht hatten. Wir kamen an – und es war nichts … Aus welchen Gründen auch immer fand der Gig nicht statt und Gerd und ich sind daraufhin an der Weser spazierengegangen …

So musste es also 2017 werden, bis ich EMBRYO endlich live sehen kann, in Herford am 17. September, siehe oben …, organisiert vom Kulturbeutel Herford e.V. http://www.kulturbeutel-herford.de

Nach Herford werden kommen:
Maasl Maier – Bass
Jakob Thun – Schlagzeug
und Marja Burchard – Vibraphon, Keys, Posaune

Festival in Rudolstadt wo EMBRYO der Weltmusikpreis verliehen wurde, Foto: EMBRYO

Christoph Wagner veröffentlichte den folgenden Text über EMBRYO ursprünglich auf „FOLKER – Magazin für Folk, Lied & Weltmusik“. Sie lesen ihn hier mit freundlicher Genehmigung von: https://www.folker.de

• • • • • •  Christoph Wagner: „2016 war turbulent für EMBRYO. Nach einem Schlaganfall im Frühsommer musste Ur-Embryo und Bandleader Christian Burchard (Vibrafon, Marimba, Schlagzeug, Keyboard, Hackbrett) eine Pause einlegen. Er übergab seiner Tochter Marja (Keyboards, Marimba) den Staffelstab, die seit Jahren in der Band spielt und sie nun vorübergehend leiten wird. „Ich wünsche mir, dass sich der Kern von jungen Musikerinnen und Musikern, der sich schon über die letzten Jahre gebildet hat, weiter festigt und wir gemeinsam die Reise mit der Neugier auf andere Musikkulturen fortsetzen können“, sagt Marja Burchard. EMBRYO wird sich also auch in Zukunft mit Gastmusikern aus allen Himmelsrichtungen zu Sessions treffen, um neue Stil- und Spielformen zu erkunden und so den eigenen musikalischen Horizont kontinuierlich zu erweitern. „Weitergeben, weitertragen, weiter lernen“, fasst Marja Burchard das Konzept zusammen.
Marja Burchard am Vibraphon mit ihrem Vater Christian Burchard am Schlagzeug im Hintergrund, fotografiert von Enrico Rolandi.

Wie das funktionieren kann, zeigt das neue Album der Band, das in den letzten zweieinhalb Jahren an verschiedenen Orten von München über Berlin bis Andalusien und zur Costa Brava aufgenommen wurde und an dem außer dem Münchner Embryo-Zirkel verschiedene Musiker aus der Türkei, Marokko, Indien und Afghanistan mitgewirkt haben. It Do lautet der Titel, was eine Verdrehung der Hippieparole Do It ist. (Anmerkung von golbblog: „Do it! Scenario für die Revolution“ ist der Titel eines Buches von Jerry Rubin, einem Protagonisten der Studentenbewegung in den USA ab 1968. Rubin änderte später seine politische Ausrichtung, wurde Unternehmer und Millionär – durch ein frühes Investment in Apple-Aktien. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …). Das Werk enthält dreizehn Titel im typischen Embryo-Sound, von denen einige Marja Burchard komponiert hat. Alle Stücke versprühen exotisches Flair, sind meistens in ungeraden Metren gehalten und bewegen sich gelegentlich in Vierteltonschritten. Improvisatorische Fantasie wird großgeschrieben, was die Musik auf charmante Weise unpoliert und unperfekt klingen lässt. So bietet EMBRYO wagemutiges kreatives Musizieren.
Foto: Eva Pluwatsch-Burchard, EMBRYO vor Tourbus in München mit der aktuellen Bandbesetzung. Von links nach rechts: Jan Weissenfeldt, Wolfi Schlick, Marja Burchard, Sascha Lüer, Maasl Maier, auf dem Bus sitzt Jakob Thun.

Ursprünglich begann die Bandgeschichte im September 1969. Im Jahr darauf erschien das erste Album Opal auf dem heute legendären Ohr-Label. EMBRYO avancierte rasch zu einer der gefragtesten Krautrockgruppen der turbulenten Zeit nach Woodstock. Im Sommer 1970 spielte die Band beim Popfestival auf der Insel Fehmarn direkt nach Jimi Hendrix, der dort seinen letzten Auftritt hatte. Durch den Medienrummel wurde das Goethe-Institut auf Embryo aufmerksam. Die deutschen Kulturvermittler organisierten für die Formation eine Tour durch Nordafrika, die zur Initialzündung wurde: Sie öffnete den Musikern die Ohren für exotische Klänge. Neue Bandmitglieder brachten frische Ideen und exotische Instrumente ein, Saz, Ud, Sitar, Vina und Tarang gaben dem Gruppensound orientalisches Anklänge und die Idee einer Reise nach Indien nahm Gestalt an.“ • • • • • •

embryos Album „It Do“US 0479.  VÖ: 7.10.2016 Vinyl und CD http://www.embryo.de