BBK 2013 – die Neuen: 10. bis 24. November 2013 in der RaSpi

Ausstellung vom 10. bis 24. November 2013 in Bielefeld in der Ravensberger Spinnerei, sozusagen »… unterm Dach juchee«: Die neu aufgenommenen Mitglieder 2013 im BBK-OWL stellen sich mit ihren Arbeiten vor. bbk_003Bruno Büchel, selbst einer der neuen Mitglieder im BBK OWL, stellte die »Neuen« nacheinander vor. Seinen folgenden Laudatiotext stellte er golbblog freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung. An dieser Stelle vielen Dank! Der Text ist locker gemischt mit meinen Fotos. Weder der Text, noch die Fotos erheben Anspruch auf Vollständigkeit. bbk_004 bbk_005

bbk_010bbk_021Rotraut Richter lebt und arbeitet in Bielefeld. Sie studierte Ölmalerei und Kunstgeschichte an der Universität der Künste Berlin, war dann Kunsterzieherin an einem Gymnasium in Bielefeld und Fachleiterin am Seminar Detmold. Seit 2000 ist sie ausschließlich als freischaffende Künstlerin tätig. Vergleichbar etwa ihrem großen Maler-Kollegen Gerhard Richter hat sie sich seit diesem Zeitpunkt – im Zuge der Informationsrevolution – zeitgemäß  der digitalen Kunst verschrieben und einen digitalen Neustart hingelegt. Rotraut Richter nutzt die digitale Kunst aus elektronischer Malerei und digitalen Fotos, um deren spezifische Möglichkeiten in dieser spezifischen Verbindung zu erkunden. Damit schafft sie einen eigenen Kosmos, den sie liebevoll als „Fantatierkosmos“ bezeichnet, der die Wirklichkeit einbezieht, umgestaltet, subjektiv interpretiert. Sie zeigt in dieser Ausstellung die Installation „Vanitas – Mahnmal“ bestehend aus digitalen Grafiken und einem Objekt, erstellt 2013.

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bbk_023bbk_024Monika Vesting: Als „Archäologin des Alltags“ beschäftigt sie sich mit dem Sammeln von Altem, Gebrauchtem und Hinterbliebenem. Im Stoffwechsel des modernen Wirtschaftslebens ist der Sperrmüll die letzte Station vor der Umwandlung in Energie in der Müllverbrennung. Und er ist auch ein Symbol für den Abschied vertrauter Dinge und etwas Überflüssigem, aber dennoch nicht Wertlosem, Ungeliebtem. Wie jeder Abschied von Vergangenem hat auch dieser einen Hauch von Wehmut, Aufbruch und Neuanfang.

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bbk_020bbk_011Rose Lichtenberger: In Kleve am Niederrhein geboren, studierte Rose Lichtenberger an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Beuys und Heerich. 1977 kam sie nach Ostwestfalen und begann hier 1983 mit der Holzbildhauerei. Seit 30 Jahren beteiligt sie sich an Ausstellungen in OWL, Norddeutschland und Portugal. 2005 gewann sie den Kunstpreis Werther. Neben ihrem Atelier in Verl arbeitet sie auch zeitweise in der Monchique im Südwesten Portugals. Dort fand sie 2011 Wurzelknollen der Baumheide (bruyère), die den großen Waldbrand in der Algarve 2005 überstanden haben. Die verkohlten Wurzelstöcke offenbaren in ihrem Inneren ein lebendiges stark gemasertes und farbiges Holz, das durch das Feuer sehr hart geworden ist. Die nach dem Entfernen der verkohlten Schicht freigelegten Formen wecken Formvorstellungen, die Rose Lichtenberger durch aufwändiges Fräsen und Schleifen verstärkt. So entstehen aus verbrannter Materie neue lebendige Skulpturen.

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bbk_013bbk_019Gottfried Strathmeier lebt und arbeitet seit gut vier Jahren in Bielefeld. Seine Skulpturen sind überwiegend mit der Carvingsäge aus dem Stamm gearbeitet. Thematisch beschäftigt sich Gottfried Strathmeier mit Menschen, ihrer Haltung, ihrem Standing – so wie er sie sieht. Ein wichtiges Gestaltungselement ist für Gottfried Strathmeier den Schaffensprozess durch die lebhaften Spuren des Werkzeugs sichtbar zu machen. Bei der Gruppe Caballi stehen der eigene Ausdruck des Materials, die Spuren des Werkzeugs und die Form ebenso gleichberechtigt nebeneinander, wie der Grobbehau und der Feinbehau im Endstadium seiner Arbeiten. Hier wechseln sich grobe Strukturen mit feingeschliffenen, zum Teil mit Acrylfarbe bemalten Flächen ab. Bei der Gruppe „Albus“ wurde von ihm nach dem Herausarbeiten der Form die Flächen aufgebrochen und mit Dispersionsfarbe besprüht. Hier sind die Form und die Spuren der Kettensäge im Vordergrund. Das Material bekommt eine untergeordnete Rolle.
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Barbara Wilk – Erlebniswelten – Malerei und Fotografie. (Das obige Foto zeigt nicht Barbara Wilk, sondern Bilder von ihr hinter den Applaudierenden). Ihre Malereien und Fotografien bezeichnet Barbara Wilk (unteres Bild), geb. 1968, als „Erlebniswelten“. bbk_018Das Thema von Barbara Wilk ist die Wechselbeziehung zwischen Erinnerung und Gegenwart. Es sind Eindrücke, die sich über die Zeit – oft über Jahre – in Gefühle und Emotionen reduziert haben. Durch fortschreitende Verwandlung entstehen Bilder und Fotografien, die die Fixierung auf einen konkreten Realitätsausschnitt bewusst ausklammern und stattdessen die Möglichkeit der freien Assoziation geben. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich zwischen Bild und Betrachter ein kreativer Dialog.  Das Ergebnis bleibt offen, aber nicht beliebig. Bei allen Bildern und Fotos geht es Wilk um die Faszination der verschiedenen und verschobenen Wahrnehmungen. Durch das Auftragen der Farbe mit Rakel und Spachtel bilden sich harte Kanten und oft auch ausgerissene Flächen, die mit herkömmlichen Werkzeugen nur schwer zu erzielen sind. Die Farbe bricht, bildet Bahnen und Spuren. Dadurch bilden sich Flächen, die teils transparent, teils pastös sind. Auch bei den Fotografien arbeitet Barbara Wilk mit Verwischungen und Überlagerungen. Dadurch entstehen Arbeiten, die zum Einen durch ihre Struktur leben, zum Anderen durch ihre leuchtenden Farben urbanen Charakter haben. Es entstehen immer abstrakte Bildräume, die von einer realistischen Darstellung losgelöst sind.

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bbk_022Amir Baghiri: Der aus dem Iran stammende und jetzt in Deutschland lebende Amir Baghiri ist einer der ersten Ambient Musiker die auf die Szene traten. „Die Möglichkeit sich auszudrücken, gibt mir ein Gefühl der Befreiung.“ Demnach kommt auch in Baghiris spirituell und emotional getragener Musik dieses Verständnis zum Vorschein. Der Musiker ist nicht offensiv, rückt sich nicht zwingend in den Vordergrund, sondern bemalt akustisch den Hintergrund. „Meine Kunst hat mir immer geholfen, und hilft mir immer wieder zu meinen ursprünglichen Gefühlen zurückzukehren – einem völlig natürlichen Traum, sich ein Stück davon zu verewigen und näherzutreten. Ich will mit meiner Kunst eine Aussage machen: Im Computerzeitalter, in dem unser Leben überwiegend von Technik beherrscht wird, vor allem in hoch-modernisierten Industrieländern wie Deutschland, wo die Menschen kaum Zeit finden, um sich mit der Natur auseinanderzusetzen, gar isoliert von ihr sind, möchte ich in ihnen einen Drang und ein Bedürfnis herbeiführen und sie mit meiner Kunst besinnen und sich ab und zu mit dem Thema Natur und simplen, ursprünglichen Tatsachen zu beschäftigen. Sie mögen in die Schönheit, Geheimnisse, Spannungen und Mächtigkeit der Natur blicken um sich für ein paar Augenblicke mit ihr identifizieren zu können. Diese Möglichkeit sich auszudrücken, gibt mir ein Gefühl der Befreiung.“

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bbk_025Bruno Büchel: „Am Schluss noch etwas zu meinen Arbeiten: Mein Name ist Bruno Büchel, ich wohne seit 9 Jahren in Bielefeld. In meinen Bildern überlagern sich mehrere Ebenen, ähnlich wie in unserem Leben, in dem wir uns auch auf mehreren Bewusstseinsebenen bewegen. Auch die Verwendung von verschiedenen Techniken deutet auf diese Vielschichtigkeit hin. Der Mensch gehört für mich ins Bild, stilisiert, am liebsten bewegt und losgelöst von der Erdenschwere. Das Quadrat als Grundform ermöglicht es, die Bilder zu kombinieren und miteinander immer wieder neu in Beziehung zu bringen. Ich freue mich, wenn Sie sich Gedanken machen zu den Texten in den Bildern. Bei Bedarf kann ich Ihnen gerne weiterhelfen.“

Na, denn noch guten Appetit!bbk_026

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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